logotype
image1 image2 image3 image4 image5

Spielphilosophie und Sicherheitshinweise

Spielphilosophie und Sicherheit auf Atvia

Zum Abschluss möchten wir noch ein paar Worte zu unserer Spielphilosophie sowie zur Sicherheit während einer Atvia-Veranstaltung sagen.

Wir verstehen LARP als eine Art Vertrag zwischen den Spielern. Dieser kommt nur zustande, wenn beide Seiten dazu bereit sind und sich ihrer gegenseitigen Rechte und Pflichten bewusst sind. Jede Spielhandlung ist daher immer als Angebot zu verstehen. Der angespielte Spieler kann dieses annehmen – muss es aber nicht. Im Zweifelsfall entscheiden gesunder Menschenverstand, die Regeln des Spiels und – falls notwendig – die Spielleitung (SL).

Daraus folgt unter anderem:

  • Todesstöße und Meuchelangriffe gegen andere Spieler sind nur nach vorheriger Absprache mit der SL erlaubt.
  • Gediebte Gegenstände müssen umgehend bei der SL gemeldet oder abgegeben werden. So weiß der betroffene Spieler jederzeit, wo sich sein Eigentum outtime befindet.
  • Die Darstellung von Vergewaltigung oder schwerer körperlicher Folter hat für uns keinen gleichberechtigten Spielwert und findet daher auf unseren Veranstaltungen nicht statt.
  • Ebenso unerwünscht sind Formulierungen wie „Fühle dich vergewaltigt“. Wer jetzt einwenden möchte, dass „das früher eben so gewesen sei“, sollte bedenken, dass im LARP auch Menschen teilnehmen, die mit solchen Themen möglicherweise eigene Erfahrungen gemacht haben. Ein wenig Sensibilität schadet hier niemandem.
  • Das Knebeln eines Opfers darf nur angedeutet werden. 
  • Auch Fesselungen werden grundsätzlich nur simuliert. Der Gefesselte muss jederzeit in der Lage sein, sich zu befreien. In diesem Fall beschreibt der Fesselnde lediglich, wie die Fesseln angebracht werden. Die SL entscheidet anschließend, wie lange der Gefangene zum Befreien benötigt oder ob dies überhaupt möglich ist. Mit ausdrücklicher Zustimmung des Gefangenen darf auch tatsächlich gefesselt werden. In diesem Fall gilt: nur an sicheren Orten, nicht nachts im Wald oder an gefährlichen Stellen, und eine SL muss dauerhaft anwesend sein.
  • Niemand wird eingeschlossen. Situationen wie Feuer, Krampfanfälle oder Asthmaanfälle sind nicht vorhersehbar.

Grundsätzlich gilt immer: Sicherheit vor Spielspaß – und beiderseitiger Spielspaß vor Regeltreue. Gefährliche Situationen sind grundsätzlich zu vermeiden. Unser Ziel ist, dass alle Teilnehmer Spaß haben und das Con gesund wieder verlassen.

Wer auf einen Baum klettern möchte, sollte das auch können. Wer nachts schlecht sieht, sollte bei Kämpfen im Dunkeln besonders vorsichtig sein. Und wer keinen Orientierungssinn hat, sollte sich jemanden suchen, der einen hat.

Bei längeren Touren empfehlen wir außerdem, ein ausgeschaltetes Handy mitzuführen. Bei Situationen, die eine reale Gefahr darstellen – etwa bei einem Kampf nahe eines Abhangs oder bei einer Verletzung eines Teilnehmers – hat jeder Teilnehmer die Pflicht, laut STOP zu rufen und damit das Spiel für alle zu unterbrechen.

Gleiches gilt, wenn im Falle einer Verletzung nach einem Sanitäter gerufen wird, also mit den Rufen SANI oder SANITÄTER.

In größeren Szenen, beispielsweise Schlachten, ist es Pflicht für alle anderen ebenfalls STOP zu rufen, wenn jemand den Ruf möglicherweise noch nicht gehört hat. Dabei sollten Schilde und Waffen sichtbar nach oben gehalten werden, damit auch diejenigen, die unter Masken oder Helmen schlecht hören, das Signal erkennen.

Nach dem STOP-Befehl bleiben alle Teilnehmer an ihrem Platz stehen, bis die Gefahrensituation geklärt ist. Ausgenommen sind lediglich diejenigen, die zur Beseitigung der Gefahr beitragen, sowie die Sanitäter.

Schaulustige, die einen Verletzten umringen oder ungefragt Anweisungen geben, sind in solchen Situationen völlig fehl am Platz. Wer kein Sanitäter ist oder nicht zur Orga beziehungsweise SL gehört, hält sich bitte vom Ort des Geschehens fern. Dadurch werden Rettungsmaßnahmen nicht behindert und das Spiel kann schneller wieder aufgenommen werden.

Ist die Situation geklärt und der Verletzte versorgt oder aus dem Kampfgeschehen gebracht worden, ruft die anwesende SL – oder andernfalls derjenige, der zuerst STOP gerufen hat – laut und deutlich „WEITER“, woraufhin das Spiel fortgesetzt wird.

Wir verwenden keine Realwaffen, auch nicht in scheinbar ungefährlichen Situationen, denn Affekt- und Reflexhandlungen lassen sich nie vollständig ausschließen.

Daher möchten wir während des Cons keine ungesicherten Dolche, Messer oder sonstigen Klingenwaffen am Gürtel sehen. Ein ambientiges Essmesser ist selbstverständlich erlaubt, sollte jedoch nach dem Abspülen wieder im Geschirrkorb verschwinden und nicht offen getragen werden.

Ein Messer gilt als akzeptabel, wenn es in einer festen Lederscheide steckt und gegen Herausfallen gesichert ist. Im Zweifel entscheidet die SL.

Unnötige Risiken sollten grundsätzlich vermieden werden. Ein NSC, der heldenhaft nachts durch den Wald rennt und über eine Wurzel stolpert, hat im schlimmsten Fall ein gebrochenes Bein – und ein sehr schlechtes Wochenende. Und denkt daran: Spieler könnten euch verfolgen und wären damit dem gleichen Risiko ausgesetzt.

Jeder Teilnehmer – SC wie NSC – trägt Verantwortung für die körperliche und geistige Unversehrtheit aller Beteiligten. Dazu gehört auch, im Kampf auf Gefahren hinter dem Gegner hinzuweisen oder darauf zu verzichten, jemanden anzugreifen, der gerade eine Fackel, Laterne oder ein Glas in der Hand hält.

Wir als Orga versuchen, Gefahren so gut wie möglich zu minimieren. Dennoch bleibt bei Kämpfen mit Polsterwaffen – besonders bei Nacht – immer ein gewisses Verletzungsrisiko bestehen. Auch verstauchte Füße sind keine Seltenheit. Bringt daher bitte gutes Schuhwerk mit und spart bei Dunkelheit nicht an Lichtquellen. Ein kleiner Beutel mit Taschenlampe, Handy und einigen Pflastern kann ebenfalls sinnvoll sein.

Auch eure Polsterwaffen solltet ihr regelmäßig auf Beschädigungen prüfen. Für den einwandfreien Zustand eurer Waffen ist jeder Spieler selbst verantwortlich.

Bitte informiert uns außerdem vor der Veranstaltung über gesundheitliche Probleme, die relevant sein könnten, etwa

  • Diabetes,
  • Herzprobleme,
  • Allergien oder
  • Medikamentenunverträglichkeiten.

Diese Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nur im Notfall an die Sanitäter weitergegeben.

Wenn sich einige Spieler mitten in der Taverne laut über World of Warcraft oder Eve Online unterhalten, stört das andere Teilnehmer und sollte daher vermieden werden. Wenn solche Gespräche leise im Zelt oder außerhalb des Spielgeschehens stattfinden, ist das natürlich in Ordnung. Denkt aber daran: Auch wenn ihr niemanden seht, könnte euch trotzdem jemand hören.

Stellt euch vor, ihr habt euch perfekt an einen Gegner herangeschlichen – und hört ihn stattdessen über den drohenden Abstieg von Bochum diskutieren.

Sätze wie „Kurz mal outtime“ sollten nicht dazu dienen, jemandem ein längeres Gespräch aufzuzwingen. Fragen zu Waffenbau, Rüstungen oder der Herkunft eines Spielers sollten möglichst bis nach dem Con warten. Auch Geschichten nach dem Muster „Damals auf dem XY-Con…“ lassen sich meist wunderbar in-time erzählen.

Nichts gegen eine gute Diskussion, aber ohne Handlung geht das Spiel irgendwann nicht weiter. Spätestens wenn jedes Argument mehrfach vorgebracht wurde, darf auch einmal etwas geschehen.

Rücksichtnahme gehört für uns zum guten Ton auf einer Veranstaltung. Wenn sich bei einem Voll- oder Teilverpflegungs-Con die ersten Spieler ihre Teller übervoll laden und später Reste wegwerfen, während die letzten hungrig vor einem bereits leergeräumten Buffet stehen, läuft etwas schief. Ein gewisses Maß an Benehmen und Anstand sollte daher für alle Teilnehmer selbstverständlich sein. Nehmt euch lieber etwas weniger und holt euch bei Bedarf Nachschlag. Übrigens ist bei uns noch niemand hungrig geblieben, da immer ausreichend zum Nachfüllen vorhanden ist.

  • Solltet ihr trotz unserer moderaten Tavernenpreise eigene Getränke mitbringen, nehmt bitte auch eure leeren Flaschen wieder mit nach Hause. Auf vielen Atvia-Sommercons stellen wir kostenlos kalten Sprudel zur Verfügung. Bringt dafür bitte einen größeren Krug oder eine Kanne mit, damit Plastikflaschen möglichst vermieden werden.
  • Bei Tavernencons, die sich größtenteils über Getränkeeinnahmen finanzieren, bitten wir ausdrücklich darum, auf eigene Getränkevorräte zu verzichten.
  • Räumt bitte wieder auf, was ihr selbst in Unordnung gebracht habt, etwa Grablichter bei Ritualen oder sonstigen Müll.
  • Von übermäßigem Alkoholkonsum ist abzusehen. Kämpfen in alkoholisiertem Zustand ist nicht erlaubt. Wer mit illegalen Drogen erwischt wird, muss die Veranstaltung verlassen.
  • Das SL-Zelt, das Funduszelt und der NSC-Zeltbereich sollten von Spielern nur in Begleitung einer SL betreten werden. Toiletten und Waschräume sind Outtime-Bereiche.

Ideen und Feedback sind jederzeit willkommen. Wir freuen uns über Hinweise zur Stimmung oder Vorschläge für mögliche Spielsituationen.

Zum Abschluss möchten wir uns bedanken, dass ihr euch die Zeit genommen habt, diese Hinweise zu lesen.

Wir hoffen sehr, dass ihr euch auf Atvia wohlfühlen werdet.

Viele Grüße

Die Atvia-Orga

2026  Atvia